Schulden und Geld
Wenn Schulden über lange Zeit schneller wachsen als die Einkommen, verdrängt der Schuldendienst irgendwann die Ausgaben. Dalio beschreibt vier Wege, die Last zu verringern: sparen, Schulden umschulden oder erlassen, Vermögen umverteilen und Geld drucken. Die ersten drei wirken deflationär, das Gelddrucken wirkt inflationär.
Entwertung
Werden die Wege gut ausbalanciert, sinkt die Schuldenlast, während die Wirtschaft wächst und die Inflation beherrschbar bleibt. Dalio nennt das eine schöne Entschuldung. Wird zu viel Geld gedruckt, verliert die Währung an Wert, und die Entschuldung wird inflationär.
In solchen Phasen verlieren diejenigen Kaufkraft, die Geld oder nominale Forderungen halten, denn sie werden in entwertetem Geld zurückgezahlt. In Weltordnung im Wandel verfolgt Dalio diesen Zusammenhang über Jahrhunderte, bis hin zu Reservewährungen, die ihren Rang verloren haben.
Was das für Anleger heißt
Ein Betrag in Euro sagt nichts über seine Kaufkraft. Darum zeigt diese Website Ergebnisse wahlweise nominal und real, also in heutiger Kaufkraft. Tagesgeld und kurze Anleihen wirken stabil, solange man nominal rechnet, sind aber der Geldentwertung voll ausgesetzt.
Dalio beschreibt, dass in Phasen der Geldentwertung reale Werte wie Gold gesucht waren. Für den Aufbau eines Portfolios folgt daraus nicht eine Wette auf Inflation, sondern ein Teil, der trägt, falls sie steigt.