Zwei Kräfte, vier Umfelder
Dalio schildert in seinen Prinzipien, wie er Mitte der 1990er-Jahre eine Anlagestrategie für das Vermögen seiner Familie entwarf, die er All Weather nannte. Sie sollte in jedem wirtschaftlichen Umfeld bestehen, ohne dass jemand vorhersagen muss, welches Umfeld kommt.
Grundlage ist die Beobachtung, dass vor allem zwei Kräfte die Preise von Anlagen bewegen: das Wirtschaftswachstum und die Inflation, jeweils gemessen an dem, was die Märkte erwartet haben. Beide können steigen oder fallen. Daraus ergeben sich vier Umfelder: steigendes Wachstum, fallendes Wachstum, steigende Inflation und fallende Inflation.
Welche Klasse wann trägt
Nach der Darstellung von Bridgewater entwickeln sich Aktien und Rohstoffe gut, wenn das Wachstum stark ist. Anleihen tragen, wenn das Wachstum schwach ist. Rohstoffe und inflationsgeschützte Anleihen halten sich, wenn die Inflation steigt.
Gold beschreibt Dalio in Weltordnung im Wandel als Wertspeicher, der in Phasen der Geldentwertung gesucht war.
Keine Klasse ist in allen vier Umfeldern gut. Darum geht es nicht um die beste Klasse, sondern um eine Mischung, in der für jedes Umfeld etwas trägt.
Risiko verteilen statt Kapital
Der zweite Gedanke ist die Balance des Risikos. Bridgewater beschreibt den Ansatz als vier Teilportfolios mit jeweils gleichem Risiko, von denen jedes in einem der vier Umfelder gut abschneidet.
Weil Anleihen weniger schwanken als Aktien, trägt der gleiche Kapitalanteil sehr unterschiedlich viel Risiko. In einem Portfolio aus halb Aktien und halb kurzen Anleihen stammt der weitaus größte Teil der Schwankung aus den Aktien. Das Musterportfolio Risikobalance auf dieser Website setzt den Gedanken vereinfacht und ohne Hebel um.